Excel-Bug in der Analyse-Funktion ZW2

Eingestellt: 28.08.2010
Letzte Änderung: 26.10.2011


 

Aktuelles (Stand: 26.10.2011)

Mit dem von Microsoft am 25. Oktober 2011
veröffentlichten dritten Service Pack für
Office 2007 soll unter anderem der in diesem
Artikel beschriebene Bug für Excel 2007 behoben
worden sein.

Weitere Informationen und den Download finden
Sie im Microsoft KB 2526086 Artikel:

Beschreibung des 2007 Office Suite SP3 und
des Office Language Pack 2007 Service Pack 3

 

Aktuelles (Stand: 01.07.2011)

Der in diesem Artikel beschriebene Bug soll 
laut Microsoft Hilfe und Support in

Artikel-ID: 2544402 -
Geändert am: Dienstag, 28. Juni 2011 -
Version: 1.0

Beschreibung des Excel 2007-Hotfix-Pakets
(Xlconv-X-none.msp, Graph-X-none.msp excel-X-none.msp):
28 Juni 2011


für Excel 2007 und in

Artikel-ID: 2544024 -
Geändert am: Dienstag, 28. Juni 2011 -
Version: 1.0

Beschreibung des Hotfixpakets Excel 2010
(excel-X-none.msp): 28 Juni 2011


für Excel 2010 behoben worden sein.

Das Updatepaket ist im jeweiligen kumulativen
Update für Juni 2011 enthalten. Für Excel 2007
ist das Updatepaket über den Artikel Office 2007
Kumulatives Update für Juni 2011
, für Excel 2010
über den Artikel Office 2010 kumulative Update
für Juni 2011
zu erreichen.

 

 

Kurzbeschreibung

Bei der Analyse-Funktion ZW2 liegt ein Excel-Bug vor, wenn Sie diese in einer deutschsprachigen Excel-Version ab Excel 2007 und in einem der neueren Dateiformate (xlsx, xlsm etc.) einsetzen. Anstelle des aufgezinsten Anfangskapitals erhalten Sie in diesem Fall als Ergebnis der Funktion einen Bezugsfehler.[1]

 

Einleitung

Was meinen Sie, was haben folgende Zellen gemeinsam?

Abbildung 1: Ausgewählte Zellen in den neueren Dateiformaten von Excel.

Richtig, diese Zellen stehen lediglich in den neueren Dateiformaten in Excel und ab der Version Excel 2007 zur Verfügung. Während ältere Dateiformate lediglich 256 Spalten berücksichtigen (A bis IV), unterstützen die neueren Dateiformate 16.384 Spalten (A bis XFD). Gleichzeitig existieren in Excel aber auch neben diesen Zellen namensgleiche Funktionen.

So bestimmt die Analyse-Funktion ZW2 den Endwert des Anfangskapitals für eine Reihe periodisch unterschiedliche Zinssätze, die Excel-Funktion GDA2 berechnet die geometrisch-degressive Abschreibung eines Wirtschaftsgutes für eine bestimmte Periode und die Excel-Funktion LOG10 gibt den Logarithmus einer Zahl zur Basis 10 zurück. Trotz dieser Namensgleichheit unterscheidet Excel bei den beiden letztgenannten zwischen Zellbezug und Funktion, bei der Analyse-Funktion ZW2 ist dies nicht immer der Fall.

 

Beispiel

Sie haben einen Betrag von 10.000 € in Form eines Sparbriefes mit variablen Zinssatz für 3 Jahre angelegt, wobei der Zinssatz im ersten (bzw. zweiten, dritten) Jahr 5% (bzw. 4%, 3%) beträgt, und möchten den Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit des Sparbriefes berechnen. Diese Berechnung können Sie mit der Analyse-Funktion ZW2 durchführen, deren Syntax lautet:

ZW2(Kapital;Zinsen)

Das Ergebnis dieser Berechnung in einer xls-Datei (bzw. xlsx-Datei) in Excel 2010 zeigt die linke (bzw. rechte) Hälfte der Abbildung 2.


Formel in den Tabellen:
B10: =ZW2($B$2;$B$5:$B$7)

Abbildung 2: Analyse-Funktion ZW2 in einer xls- (bzw. xlsx-) Datei in Excel 2010.

In der xlsx-Datei liegt offenbar ein Excel-Bug vor. Der Teileintrag 'ZW2' wird nicht als Funktion, sondern als Zellbezug erkannt. Dies wird deutlich, wenn Sie die Zelle kopieren, in eine oder mehrere andere Zellen einfügen und sich anschließend die Formeln anzeigen lassen. Abbildung 3 zeigt dieses Verhalten für die Analyse-Funktion ZW2 in Zelle B10, welche in die benachbarten Zellen nach unten und nach rechts kopiert wird.

Abbildung 3: Excel-Bug: Analyse-Funktion ZW2 wird als Zellbezug behandelt.

Interessant ist jedoch noch folgender Aspekt: Wenn Sie in einer xlsx-Datei in Excel 2007 oder Excel 2010 den Bezugsfehler für die Analyse-Funktion in einer Zelle erhalten haben, diese Zelle markieren und Sie den Dialog 'Formel einfügen' (SHIFT+F3) aufrufen, so wird in diesem die Analyse-Funktion ZW2 als solche erkannt, wenngleich kein Formelergebnis berechnet wird.

 

Workaround

Der Excel-Bug betrifft offensichtlich lediglich die neueren Dateiformate. Sofern Sie die älteren Dateiformaten verwenden, funktioniert die Analyse-Funktion auch unter Excel 2007 und 2010. Eine weitere Möglichkeit ist anstelle der Analyse-Funktion ZW2 eine Excel-Formel zu verwenden. Diese kann für das betrachtete Beispiel wie folgt geschrieben werden:


Formeln in der Tabelle:
B10: =$B$2*(PRODUKT(1+$B$5;1+$B$6;1+$B$7))
oder
B10: {=$B$2*PRODUKT(1+$B$5:$B$7)}
oder
B10: =10000*PRODUKT(1+{0,05;0,04;0,03})
oder
B10: =10000*PRODUKT(1+{5;4;3}%)

Abbildung 4: Excel-Formeln für die Analyse-Funktion ZW2.

 

Resümee

Die Analyse-Funktion ZW2 ist in der Praxis nicht besonders verbreitet, zumal für diese zunächst das entsprechende Add-In in Excel eingebunden sein muss.[2] Darüber hinaus tritt der Excel-Bug lediglich in den neueren Dateiformaten in Kombination mit Excel 2007 und neuer auf. Ferner lässt sich der Excel-Bug leicht identifizieren und - wie im Abschnitt Workaround gezeigt - einfach beheben, so dass davon ausgegangen werden kann, dass diesem keine große Bedeutung zukommt. Unabhängig davon kann jedoch überlegt werden, ob es nicht sinnvoll ist, die drei genannten Funktionen so umzubenennen, dass Verwechslungen mit einem Zellbezug ausgeschlossen sind.

 

[1] Vgl. Dr. Eckehard Pfeifer (2008): EP's Blog: Und keiner hat es bemerkt? und Microsoft answers (2010): Formelfehler: "Zinseszins".

[2] Weitere Informationen zur Analyse-Funktion ZW2 erhalten Sie im Microsoft-Artikel ZW2 (Funktion).

 

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Lesen Sie auch:
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Excel 2010: Bug bei Tastenkombination 'Formeln anzeigen' (Strg+#)